Donnerstag, 16. April 2020

Liebste Angela! Ein Liebesbrief an meine Kanzlerin.


Liebste Angela,

ich bin so froh und so erleichtert, dass wir eine so starke und doch zugleich eine so smarte Führerin in der Krise haben. Als wir Anfang März alle verängstigt waren,  warst Du es, welche uns gute  Medizin verordnet hat. Diese Medizin sollte uns helfen die Verdoppelung der Infektionen von 2 auf mindestens 10 Tage zu erhöhen. Wir haben Dir alle gehorcht und haben die bittere Medizin klaglos genommen. So brav, dass wir das Ziel schon schnell geschafft hatten.

Aber das Wohl deiner Dir Anvertrauten lag und liegt Dir so an deinem liebenden Herzen, dass Du mit Deiner starken Führungskraft ein neues Ziel ausgegeben hast: Die Basisreproduktionszahl soll unter 1 sinken. Nicht mehr nur die Krankenhäuser vor Überlastung schützen -nein- Du willst den Virus ausrotten. Gut so. Wir haben nichts weniger als genau das von Dir erwartet! Und was hast Du für ein Volk! Auch das haben wir innerhalb kürzester Zeit geschafft!

Doch dann begann ich mir Sorgen um Dich zu machen. Auf einmal hast Du nicht mehr auf deine Haus- und Hofmedizinbeamten hören wollen. Das hat dem Oberveterinär vom Virologenkartell RKI bestimmt nicht gefallen! Du hast so viele Professoren*innen um ihr Urteil gebeten und gesagt das sei Dir sehr sehr wichtig. Also waren die vielen Professoren*innen von der Leopoldina fleißig und haben Dir ad hoc 19 Seiten Handlungsempfehlungen geschrieben. Doch dann haben sich all meine Sorgen als unbegründet erwiesen. Selbstsicher und handlungsstark hast Du fast alle ihre Empfehlungen und die so vieler anderer Wissenschaftler und Experten in den Wind geschrieben! So kennen und lieben wir Dich. Nein Du würdest das, was wir hart für Dich erarbeitet haben niemals gefährden.

Mehr noch – du hast uns versprochen: „…alle Maßnahmen nach Ende der Pandemie aufzuheben!“ Danke! Herzlichen Dank! Vielen herzlichen Dank! Das ist doch mal eine gute Nachricht in finsterer Zeit. Eine klare Ansage. Auch der Herr Wieler und sein Spezi Drosten freuen sich nun wieder. Sie dürfen jetzt nicht nur für mehrere hundert Millionen Euro Schaden - wie vor Jahren bei der Schweinegrippe - sondern gleich für mehrere 100 Milliarden Euro Schaden verantwortlich zeichnen. Das macht sie wichtiger. Echte Profis halt.

Liebe Angela, bitte stelle Dich noch einmal zu Wahl. Wir alle lieben Dich ganz dolle und werden Dich auch ganz bestimmt wiederwählen. Lass uns nicht im Stich!

Dein Dich in Treue liebender Untertan

Genier

PS: Falls das mit der Wiederwahl nicht klappt, tut es vielleicht ja auch eine Verordnung oder ein Dekret. Die Herren*innen vom Verfassungsgericht drücken für Dich ja immer ein Auge zu - oder verweisen ob deiner Systemrelevanz für Europa - den Fall an den EuGH.

Samstag, 21. März 2020

Der paradoxe Streit über den Weg, wenn man das Ziel nicht kennt!

Es tobt die Auseinandersetzung wie wir COVID-19 bekämpfen sollen. Aber ist der Sreit über den Weg nicht paradox, wenn man das Ziel nicht kennt?

Ich möchte mal diese Gedanken formulieren, auch um sie für mich selber klarer zu haben. Ich habe - auch aufgrund meiner beruflichen Disposition - gelernt das Ziel, auf das man hinarbeitet zu definieren. Oder wie Danisch sagt: "Bedenke um was du bittest, es könnte dir gewährt werden.

Was also ist unser Ziel?  Ich definiere es hier mal:

"COVID-19 soll mit möglichst wenigen Toten UND möglichst wenig Unternehmenspleiten  hinter uns gebracht werden."  

Aber halt - ist es nicht eher so das es lauten muss:

"COVID-19 mit möglichst wenig Toten hinter uns zu bringen. Jedes einzelne Menschenleben zählt."

Oder doch lieber so:

"Unsere Unternehmungen sind unsere Zukunft, sind sie erst einmal zerstört, wird es Jahrzehnte dauern das wieder aufzubauen. Kolabiert die Wirtschaft, wird es viel mehr Tote geben."

Man erkennt auf was es herausläuft. Auf ein philosophisches Problem. Auf ein moralisches Problem. Hättest du - ja du ganz persönlich - die Macht über den Regler auf welchem du die Unternehmenspleiten und die Menschenleben einstellen könntest um COVID-19 zu besiegen - wie würdest du Ihn einstellen? Betrachten wir den gesellschaftlichen Diskurs so können wir erkennen das wir uns über den Weg streiten ohne über das Ziel einig zu sein.

Die Triage. Sie hat sich bereits manifestiert. Sie ist da. Jetzt. Nicht erst wenn sie möglicherweise in den Krankenhäusern durch die Ärzte zu leisten ist.

Montag, 28. Oktober 2019

Mehrheiten oder - Schlaglöcher auf der Autobahn...

Ich bin diesen Sonntag mit dem Auto nach Österreich gefahren. Unter anderem auch auf der A8 , konkret zwischen Augsburg und München. Übrigens eine inzwischen wunderbar dreispurig ausgebaute Autobahn. Es war heute "Autofahrerfeiertag". Will sagen: Verkehrsdichte, Fahrbahnzustand und Wetter waren so, dass man ohne Einschränkung das Tempo selber wählen konnte. Ein zugegeben tagsüber nicht häufiger aber offensichtlich vorkommender Tatbestand. Ich habe also etwas gemacht, was ich sonst in aller Regel nicht mache: ich habe mich in den Mainstream einsortiert. Tempomat auf 160 km/h und crusen. So wurde ich von etwa gleich vielen Autos überholt wie ich selbst überholt habe. Ich denke so handgeschätzte 50 % der anderen PKW's fuhren wie ich +/- 10 km/h. 25 % teils deutlich schneller und 25 % langsamer. Die Zahl der PKW's die 130 km/h oder weniger fuhren war äusserst gering. Ich schätze wohlwollend bei maximal 10% eher Richtung 5%... Soweit die zu berichtenden Fakten. Diese Beobachtung lässt sich durch jeden bei ähnlicher Gelegenheit verifizieren.

Ich habe die 160 auch aus einem Öko- nein, nein,nein. Nicht -logischen sondern -nomischen Abwägung für mich persönlich gewählt. Inzwischen hat sich die Ökologie von der Ökonomie ja soweit entfernt wie die Astrologie von der Astronomie...

Aber was bedeutet diese Beobachtung in der realen Welt denn nun? Nun nachdem die Grünen "Stichwortgeber" die 130 km/h Höchstgeschwindigkeit durchzusetzen versuchen und die Medien dies wohlwollend und schon wieder nervig lange "begleiten" und vor allem nachdem uns diese Medien erklären dass "die Mehrheit" dies auch genauso wolle...

Die betroffenen Autofahrer stimmen offensichtlich mit ihren Füssen, beziehungsweise mit ihrem rechten Fuss - sofern sie kein Handgas haben - ab. Mit eindeutigem Ergebnis. Und sie tun es, wenn die Rahmenbedingungen Verkehrsdichte, Fahrbahnzustand und Wetter passen - immer und immer und immer wieder. Es gibt also genau 2 Möglichkeiten - in Worten "zwei" - wie dies dennoch so wie postuliert zusammen passen kann:

1. Die "Mehrheit" besteht aus überwiegen nicht Betroffenen. Aus Menschen die eben kein Auto fahren. Oder Menschen die eben nicht Autobahn fahren. Oder Menschen die eben nicht zu den Zeiten in denen das Thema überhaupt eine Rolle spielt fahren. Aber aus Menschen die - obwohl nicht betroffen - über uns bestimmen sollen oder wollen.

2. Die "Mehrheit" besteht aus Menschen die Wasser predigen aber Wein trinken.

Meine lieben Freunde von der Verbots-, Bevormundungs- und Regulierungspartei und ihres Medienanhangs: Es ist mir Jacke wie Hose ob 1. oder 2. dominant zutrifft. Beides ist mir ein Gräuel und so lästig wie Schlaglöcher auf der Autobahn.

Gute Fahrt!

Dienstag, 9. Juli 2019

Klimawandel, Erderwärmung - der Status Quo kurz beleuchtet und einsortiert.


Ich denke es wäre an der Zeit kurz zu formulieren über was wir „streiten“ und über was unsere Gesellschaft gespalten ist. Zunächst also zur Klärung einige Tatbestände die unstrittig sein sollten:

Klima ist der Versuch einer Beschreibung des typischen Wetters an einem speziellen geografischen Ort. Basierend auf einer 30 jährigen Beobachtung. Zu dieser Beschreibung gehören tages- und jahreszeitlich gemittelte Verlaufskennlinien (Gänge) relevanter Wetterdaten wie Temperatur, Wind, Sonnenstunden, Niederschlagsmengen und Arten und anderer meteorologischer Parameter. Aber auch Beschreibungen lokal vorkommender Besonderheiten wie Föhn, El Ninio  usw. und Beschreibungen und Statistiken über Extremwetterereignisse. Es gibt also viele Klimata. Jede Region, jeder Ort auf dieser Welt hat sein Klima - also sein typisches Wetter. Darüber hinaus gibt es sogenannte Klimazonen welche aus einer höheren Sicht Klimata typisieren.

Soweit d‘accord?

Die Klimata haben sich schon immer ohne menschlichen Einfluss geändert. Die Klimazonen haben sich schon immer ohne menschlichen Einfluss verschoben.  Es gab und gibt schon immer natürlichen Klimawandel. Dramatischen und schleichenden. Alle diese natürlichen Veränderungen der Klimata haben offensichtlich nie zu einem Kollabieren des Systems geführt.

Soweit d‘accord?

Vorgänge in der Atmosphäre sind äußerst komplex und nur unzureichend verstanden. Insbesondere sind nicht alle Einflussgrößen bekannt und schon gar nicht ihre Wechselwirkungen verstanden.
So gibt es viele Oszillationen welche einen Einfluss auf die Klimata haben.  Viele davon sind vieljährig, dekadisch oder haben sogar noch größere Wellenlängen. So dass sich 30-jährig definierte Klimata immer schon alleine aufgrund der Zeitverhältnisse verändern… Aber wir kennen nur einen Teil der relevanten Oszillationen. Nehmen wir z.B. die Meeresoszillationen. Hier kennen und beschreiben wir jene die eine maximale Wellenlänge in dekadischer Größenordnung haben. Die länger welligen können wir gar nicht kennen, weil wir das noch nicht so lange beobachten. Unter den bekannten zu nennen sind z.B. die  pazifische dekadale Oszillation (PDO) oder die arktische Oszillation. Aber auch sporadisch auftretende Phänomene ohne stabile  Oszillationswellenlängen wie El Nino spielen im Konzert mit. Es gibt viele astronomische Zyklen, darunter mehrere Sonnenzyklen die Einfluss auf das Wetter haben. Auch Geologische Zyklen insbesondere der Vulkanismus sowie Ausgasungen haben hohe Relevanz. Und es gibt viele Zyklen über deren Ursache wir nur spekulieren. Wie z.B. der mehrtausend jährige Zyklus aus Warm- und Eiszeiten. Nochmals. All das ist nur unzureichend verstanden und sollte uns eine gewisse Demut lehren.

Soweit d‘accord? 

Nach meiner subjektiven Meinung sollten bis hierher eigentlich alle gebildeten Menschen d’accord sein. Nach meiner Wahrnehmung sind sie es auch. 

Wir streiten also nicht über Klimawandel. Oder gar dessen Existenz. Die Basis unseres Streites ist die Hypothese einer steigenden mittleren Temperatur der Erdatmosphäre aufgrund der Klimasensitivität von CO2. Genauer - nur um jenes CO2, welches der Mensch durch sein Verhalten zusätzlich in die Atmosphäre einbringt. Wir streiten über die Belastbarkeit dieser Hypothese. Bei postulierter Akzeptanz der Hypothese streiten wir über die tatsächliche Größenordnung der Klimasensitivität und den Unsicherheitskorridor. Und wir streiten insbesondere über die  Größenordnungen und die Einordnung der damit einhergehenden Chancen und Risiken und wir sollten über die möglicherweise sinnvollen Handlungsoptionen streiten.

Soweit d‘accord?

Nach meiner subjektiven Meinung sollten bis hierher eigentlich alle gebildeten Menschen d’accord sein. Aber sie sind es eben nicht mehr. Ganz offensichtlich nicht. Objektiv. Unbestreitbar.

Wir brauchen jetzt den Konjunktiv: Dieser Streit wäre sinnvoll und gut. Er wäre einer aufgeklärten gebildeten Gesellschaft würdig. Er findet aber nicht statt. Im Gegenteil. Die wissenschaftliche Diskussion ist für abgeschlossen erklärt. Die Hypothese wird als gesicherten Wahrheit propagiert. (das ist unfreie Wissenschaft...) Das Risiko und der Alarm ist maximiert. Es geht um nichts weniger als um die Rettung des Planeten. Die Lösung ist alternativlos. (das ist undemokratisch…)
 
Und so sei sie verkündet - die alternativlose Lösung zur Rettung des Planeten: 

Dekarbonisierung der Gesellschaft. Koste es was es wolle.